Montag, 16. März 2015

Diane Dirt (Interview)

Michael Schmidt: Hallo Diane, stell dich doch mal vor! Wer ist Diane Dirt?
Diane Dirt: Sachma Alter, hasse se noch alle?  Dat geht dich nen feuchten Kehricht an! Verpiss dich!
Michael Schmidt: Hallo Marianne, stell dich doch mal vor. Wer ist Marianne Labisch?
Marianne Labisch: Hallo Michael, bitte entschuldige, aber Diane hat es nicht so mit der Öffentlichkeitsarbeit. Ich hänge dir ihre Vita an, damit du eine Vorstellung von ihr bekommst.
Wenn du nichts dagegen hast, machen wir beide weiter. Ich erblickte 1959 in München das Licht der Welt. Bevor ich mich Bayerin nennen durfte, kehrten meinen Eltern nach NRW zurück, wo ich aufwuchs.
Bis 2007 geschah nicht Spektakuläres. Dann las ich »Der Alchimist« von Paulo Coelho. In dem Buch geht es darum, dass man wenigstens versuchen sollte, seine Träume umzusetzen. Und ich wollte als Jugendliche immer Schreiben und Malen. Ich kaufte mir billige Wasserfarben und einen Zeichenblock. Ich hatte es noch nicht verlernt. Nachdem das mit dem Malen so gut geklappt hat, nahm ich es als Wink des Schicksals, dass der Autorenhaus Verlag 2008 das Projekt »Ein Roman in einem Jahr« verwirklichte, und beteiligte mich daran.
Mir hat das wirklich Spaß gemacht und ich schien nicht gänzlich untalentiert zu sein. Du kennst das wahrscheinlich von dir selbst, wenn du erst mal Lunte gerochen hast …
No return.
2010 erschienen meine ersten zwei Kurzgeschichten im Wortkuss Verlag. Danach sind eigentlich jedes Jahr weiter KG veröffentlicht worden.



Michael Schmidt: Revenge aus Bullet wurde für den DSFP nominiert. Deine erste Nominierung wenn ich richtig informiert bin. Herzlichen Glückwunsch!
ML: Ja, die erste Nominierung für irgendwas. Danke.
Michael Schmidt: Warum das Pseudonym und wirst du es weiterhin mit Stolz vor der Brust tragen?
ML: Als ich von der Ausschreibung erfuhr, habe ich mich in Svens MegaFusions Universum eingelesen und die Idee mal einen ganz anderen Text zu verfassen, ließ mich nicht mehr los. Ich habe mich hingesetzt und mich von mir selbst und meinen Grenzen getrennt. Der Text, der dabei herauskam, war so anders, dass ich ihn nicht unter meinem eigenen Namen veröffentlichen wollte. Er passte nicht zu Marianne Labisch. Also erschuf ich Diane. Ich hätte nicht geglaut, dass Sven ihn überhaupt nehmen würde.
Und ja, sie wird mir erhalten bleiben. Ich finde sie inzwischen sehr praktisch. Wenn ich mit einer Story nicht weiterkomme, male ich Bilder, und wenn das auch nicht weiterhilft, denke ich: Soll Diane sich doch einen Kopf machen. Und das tut sie dann auch.
So Sven will, wird sie demnächst vielleicht ihre zweite Veröffentlichung feiern.
Michael Schmidt: Revenge ist ein dreckiger SF Krimi. Wie kam es dazu und hast du noch mehrerer solcher Geschichten im Repertoire?
ML: Es reizt mich immer, Grenzen zu überschreiten. Sven hatte eigentlich eine klare Trennung zwischen Underground und dem Rest der Welt vorgesehen, und da lag es nahe, jemand aus dem Untergrund aufsteigen zu lassen.
Wie man es nimmt. Ganz so schnodderig wird es wohl nicht mehr werden, aber Diane hat noch einiges in petto.
Michael Schmidt: Wenn du nicht als Diane Dirt durch die Literaturszene metzelst, was schreibst du dann so für Geschichten?
ML: Alles! Ich weigere mich, in Schubladen zu steigen. Ich schreibe genauso gerne Kindermärchen, wie SF-Stories.
Michael Schmidt: Gib uns doch mal ein Überblick über dein Schaffen und deine persönlichen Highlights?
ML: Auf meinem Blog www.mluniverse.wordpress.com findest du eine Liste meiner bisherigen Veröffentlichungen.
Ich freue mich jedes Mal, wenn eine meiner Geschichten genommen wird.
Ein Highlight war auf jeden Fall meine erste Herausgeberschaft. In »Was geschah im Hotel California?« beschäftigen sich alle Autoren mit dem Text von »Hotel California« von The Eagles. Auf Lovelybooks gibt es dazu eine Leserunde und es macht mich stolz, wenn dort gesagt wird, dass dieses Buch so interessant und tiefgründig ist, dass man es ein zweites und ein drittes Mal lesen möchte.
Die letzten Geschichten, die es zu einer Veröffentlichung brachten, waren der Text 305 in der Anthologie »1000 Tode« des Frohmann Verlages und »Profit durch Mord«, der in der Anthologie »Alles Anders« des Schweitzerhaus Verlages erscheinen wird. Darin geht es um einen Mitarbeiter eines Musikverlages, der dem Leser zeigt, dass hinter den Toden unserer geliebten Sänger etwas ganz anderes steckt
Michael Schmidt: Als frisch nominierte Autorin sind natürlich alle neugierig was als nächstes von dir zu lesen ist. Auf welche Geschichten darf man sich freuen?
ML: Ich habe zu »p.graffiti« Michael Haitels p.machinery Verlagsjubiläumsband, die Story »Dave lacht« beigetragen und das Thema: Was macht eigentlich Menschlichkeit aus?, beschäftigt mich immer noch. In einer KG kannst du das anreißen, aber ich finde da steckt mehr drin. Deshalb arbeite ich an einem Roman, der diese Geschichte aufnimmt und weiterspinnt.
Michael Schmidt: Musik und Literatur sind ja ein nicht ganz neues, aber brandaktuelles Double. Welche Musik hörst du und in wie weit beeinflusst dich das bei deinen Geschichten?
ML: Ich bin bekennender Hardrock Fan. Ich habe Bon Scott in der ersten Reihe angehimmelt, Queen, Judas Priest und Saxon mehrfach live erlebt und das letzte Led Zeppelin Konzert mit Bonzo genießen dürfen.
Zu »Enter Sandman« hat mich »St. Anger« von Metallica inspiriert und ich finde solche Stellen in Geschichten toll, die zu erkennen geben, dass der Autor meinen Geschmack teilt, wie das bei »She« von dir und bei »get the funk out« von D.J. Franzen der Fall ist. Das lässt mich schmunzeln und ich fühle mich diesen Leuten irgendwie verbunden. Mit der richtigen Musik geht alles besser. Ohne sie würde das Leben keinen Sinn machen. Sie geht ohne Umweg über den Kopf direkt ins Herz und der Bass in den Bauch.
Michael Schmidt: Noch ein Wort an die Meute dort draußen?
ML: Diane? Willst du noch was sagen?
Diane Dirt: Haut ab und lasst mich in Ruhe. Gebt euren blöden Preis dem Mechaniker, der freut sich.
ML: Ich glaube, wir lassen sie jetzt wirklich besser in Ruhe.

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