Freitag, 10. August 2012

Das Vermächtnis des Milton Lucas

Thomas schenkt seiner Frau Esther zum Geburtstag eine Statue. Plötzlich wird diese lebendig und schlägt ihn bewusstlos. Als er erwacht, sind seine Frau und die Statue verschwunden. Er macht sich auf die Suche. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Leseprobe:
Harry bekam langsam das große Zittern. Auf was hatte er sich da eingelassen? Seine Mutter hatte ihm doch immer geraten, vorsichtig zu sein, doch wann hatte er jemals auf sie gehört?
Nie, das war schon in frühester Kindheit so gewesen, wieso sollte sich das im Erwachsenenleben ändern?
Statt sich in der Schule auf die Hinterbeine zu setzten, war er immer der Störenfried gewesen. So hatte er mit seinem Hauptschulabschluss auch nicht viel zu Stande gebracht. Zwei abgebrochene Lehren und eine unüberschaubare Anzahl an Gelegenheitsjobs.

Dann kam dieses lukrative Angebot, als Fahrer zu arbeiten. Er machte sich nichts vor, sein Auftraggeber war kein ehrlicher Geschäftsmann, ganz im Gegenteil. Doch Harrys Moral nahm keinen hohen Stellenwert in seiner Persönlichkeit ein, er verdiente auf leichte Weise einen ganz schönen Batzen Geld. Außerdem tat er selten etwas Unrechtes. In der Regel war er nur der Fahrer, die wenigen Male, als er bei einer Unterhaltung assistierte, hatte er einen morbiden Spaß empfunden. Ein gutes Ventil für die aufgestauten Aggressionen.
Doch im Moment war ihm ganz anders zumute. Ein ungutes Gefühl hatte sich seiner bemächtigt. Er schaute sich um. Das Industriegebiet lag einsam und verlassen da, nicht ein Auto verirrte sich in diese Gegend. Es war schon gegen Zehn und die Dunkelheit wurde nur von den Straßenlaternen erleuchtet. Harry verstand seine Unruhe nicht, er war alles andere als ein ängstlicher Typ.
Er beschloss, sich die Füße zu vertreten. Er stieg aus dem dunkelgrauen Mercedes und zündete sich eine Zigarette an. Sein Chef mochte es nicht wenn er rauchte und konnte ziemlich unangenehm werden, wenn man sich nicht an seine Regeln hielt.
Harry ging ein Stück die breite Straße lang, während er nervös an seiner Zigarette zog. Er hatte Zeit. Das Treffen seines Chefs würde noch einige Zeit in Anspruch nehmen, das war sicher.
Sein Chef traf sich mit der Frau seines größten Konkurrenten, und diese bestand immer auf ungewöhnliche Liebesnester. Was sie daran fand, es in der Rohkarosse eines Autos zu treiben, blieb ihm schleierhaft. Genauso wie die Motivation seines Chefs. Die Frau war weder besonders attraktiv, noch fand er die ganze Konstellation besonders schlau. Aber das dachte er nur bei sich, er hielt seine Gedanken vor seinem Chef verborgen. Es waren schon Leute aus ganz anderen Gründen vom Leben in den Tod befördert worden.
Harry fluchte. Er sollte einfach weniger Kaffee trinken, er hatte das Gefühl, für jede Tasse die er trank, musste er einmal austreten gehen. Er schaute sich um. Dort hinten ist ein schönes, dunkles Eckchen, dort konnte er ungestört Wasser lassen. In der Beziehung war er etwas Eigen, scheinbar war die Erziehung seiner Mutter doch nicht spurlos an ihm vorbei gegangen.
Er sah etwas Silbernes aufblitzten. Sofort nahm er Habachtstellung an, doch scheinbar hatte er sich getäuscht. Er vergewisserte sich, dass die Pistole im Schulterhalfter war. Zwar hatte er sie noch nie benutzt, doch gab sie ihm ein Gefühl der Sicherheit. Er ging weiter.
Endlich konnte er sich erleichtern, ein immer wieder angenehmes Gefühl, wenn der Druck nachließ. Plötzlich traf ihn ein Schlag von hinten. Sauerei, dacht er, als der Urinstrahl über seine Hose glitt, erst dann nahm er den Schmerz in seinem Hinterkopf war. Er drehte sich so schnell es ging herum, und griff gleichzeitig nach seiner Waffe.

Bis Ende des Monats zum Vorzugspreis. Das Cover ist aus der Schmiede von Lothar Bauer.

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